Bernd Busse besteht den 7. Dan
Ein großer Tag für den Karate-Sport – Bernd Busse besteht den 7. Dan in Oberhausen
Oberhausen, 11. April 2026. Es ist 15:00 Uhr, als die Halle nach dem vorher stattgefundenen Bundeslehrgang langsam zur Ruhe kommt. Acht Prüflinge stehen bereit, die Luft ist geladen, die Konzentration greifbar. Unter ihnen: Bernd Busse, Abteilungsleiter und Begründer der Karate-Abteilung der TSG Conc. Schönkirchen. Er hat seit Monaten auf diesen Moment hingearbeitet. Nun soll sich in den kommenden Stunden entscheiden, ob sich die unzähligen Trainingsstunden, die Schweißperlen und die langen (Trainings-)Abende auszahlen.
Hinter dem Prüfertisch sitzt ein Gremium, das in der deutschen Karate-Welt Gewicht hat: Hans Wecks (9. Dan), Volker Schwinn (9. Dan), Kasim Keles (9. Dan) und Hans Ruff (8. Dan). Vier Experten, die jede Bewegung lesen können wie ein offenes Buch.
Nacheinander treten die Prüflinge an, um den Prüfern die verschiedenen Bausteine der Prüfung darzubieten. Wer selbst gerade nicht antritt, muss in einem abgetrennten Teil der Halle warten. Den Auftakt bildet das Kihon – Kombinationen aus Grundtechniken. Bernd präsentiert ein selbst entwickeltes Kihon, abgeleitet aus den Bewegungsprinzipien seiner Prüfungs-Katas Jitte und Bassai Sho. Kombinationen, die die Charaktere der beiden Katas einfangen und auch in der praktischen Anwendung am Partner funktionieren. Die Prüfer nicken. Ein Zeichen, das in solchen Momenten mehr sagt als Worte.
Als zweiter Prüfungsteil steht Kata auf dem Programm – festgelegte Techniken und Schrittmuster („Choreografien“). Bernd beginnt mit der Kata Jitte, seiner Hauptkata. Die ersten Techniken setzen ein wie ein sauberer Startschuss – die Halle wird still, als die Kata Fahrt aufnimmt. Man merkt: Hier steht jemand, der nicht nur übt, sondern versteht. Und man merkt auch: Prüfungen zum 7. Dan sind nicht alltäglich.
Es folgt die zweite Kata, Bassai Sho, technisch sauber, rhythmisch präzise. Bernd weiß, dass er seine Hausaufgaben gemacht hat. Im Anschluss an die Präsentation der beiden Katas folgt das Bunkai – die Umsetzung der Kata als Anwendung an einem oder mehreren Partner(n). Gemeinsam mit Angelina Daehn und Lena Steidtmann zeigt Bernd die kompletten Katas als Anwendungen. Die Abläufe sitzen, die Dynamik und Kraft stimmt. Angriffe, Konter, Hebel, Würfe – alles funktioniert flüssig. Die monatelange Zusammenarbeit des Trios zahlt sich aus.
Die weiteren Prüfungsteile sind Kumite (Freikampf) und Selbstverteidigung. Diese Prüfungsteile werden auf Ansage der Prüfer gezeigt. Die Prüfer verkünden den Prüflingen, was sie sehen möchten. Im Kumite zeigt Bernd Timing, Distanzgefühl und taktische Klarheit. Die Angriffe kommen schnell, die Konter sitzen präzise. Auch in der Selbstverteidigung beweist er Übersicht und meistert die verlangten Situationen.
Nach intensiven Stunden ist es so weit. Die Prüfer beraten sich kurz, dann wird das Ergebnis verkündet: Bestanden, 7. Dan! Mit dem 7. Dan setzt Bernd ein starkes Zeichen - für sich, für den Karate Verband Schleswig-Holstein und die TSG Schönkirchen.
Den Weg hierher pflastert ein ¾ Jahr harte Arbeit. Die Auswahl und Erarbeitung für die erste Prüfungskata begannen bereits im Juni während eines Trainingslagers auf Sardinien. Drei Mal pro Woche Training, dazu Zusatzeinheiten im und nach dem regulären Vereinsbetrieb. Unterstützt wurde Bernd dabei von der gesamten Abteilung und insbesondere von Angelina Daehn, Hauke Michaelis und Lena Steidtmann. Sie waren Trainingspartner, Bunkai-Angreifer, Kumite-Gegner, Technik-Korrektoren und manchmal auch Motivationsschubser, wenn die Kräfte nachließen.
Ein weiterer Höhepunkt des Tages, bereits vor der Prüfung: Im Rahmen des Koshinkan-Bundeslehrgangs in Oberhausen leitete Bernd am Vormittag eine Trainingseinheit, die bei den Teilnehmenden auf große Begeisterung stieß. Zudem wurde er zum Koshinkan-Instruktor ernannt – eine Auszeichnung, die seine langjährige Arbeit im Karate Verband Schleswig-Holstein würdigt.